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ICSI Behandlung

Die intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI- Behandlung) ist eine weitere Form der assistierten Reproduktion im Rahmen der Kinderwunschbehandlung. Aufgrund von in der Regel deutlich eingeschränkten Spermienqualitäten (deutliche Reduktion der Anzahl der Spermien, der Beweglichkeit der Spermien und/oder der Morphologie der Spermien) wird außerhalb des Körpers eine Eizelle mit einem Spermium direkt behandelt (d.h., ein Spermium wird in eine Eizelle gespritzt). Die Befruchtung der Eizelle wird dadurch aber nicht erzwungen, es kommt quasi zu einem noch weiteren annähern dieser beiden Keimzellen. Ob es letztlich zu einer Befruchtung kommt, kann nicht weiter beeinflusst werden und hängt von der Qualität der Eizelle und des Spermium ab. Die Erfahrung der die ICSI Behandlung durchführenden Biologen spielt bei der Befruchtungswahrscheinlichkeit eine sehr große Rolle. Wenn es zu einer regelrechten Befruchtung der Eizelle gekommen ist, wird einige Tage später der Transfer des entstehenden Embryos durchgeführt.

Ablauf ICSI Behandlung

Der Ablauf der ICSI Behandlung entspricht in großen Teilen dem bei einer IVF Behandlung. Um bei der Patientin Eizellen entnehmen zu können, müssen die Eierstöcke zunächst hormonell vorbereitet werden. Hierfür stehen verschiedene Protokolle zur Verfügung. Einige Protokolle beginnen mit einer Medikation bereits im Vorzyklus (‚langes Protokoll‘). Häufiger ist jedoch der Start einer Stimulation mit Hormonen zu Beginn eines Zyklus (also zu Beginn einer Blutung: ‚Kurzes Protokoll‘). Hierfür spritzt sich die Patientin in der Regel für 8-10 Tage jeweils täglich ein oder mehrere Hormone. Ein bis zweimal wird zwischenzeitlich ein Ultraschall durchgeführt, um die Eizellentwicklung zu beobachten und gegebenenfalls Änderungen am Protokoll vornehmen zu können. Sobald die Eizellen reif sind (in der Regel haben dann die Eibläschen einen Durchmesser von mindestens 18 mm), wird mithilfe einer sogenannten ‚Auslösespritze‘ der genaue Zeitpunkt der Eizellentnahme festgelegt. Das Timing dieser Spritze ist sehr wichtig, nur so kann gewährleistet werden, dass möglichst viele Eizellen kurz vor der Entnahme den Vorgang der zweiten Reifeteilung durchgemacht haben und entsprechend für eine weitere Therapie zur Verfügung stehen.

Die Eizellentnahme während der ICSI- Behandlung erfolgt in der Regel im Rahmen einer kurzen Narkose. Bei diesem Eingriff wird über die Scheide mithilfe einer Nadel und unter Ultraschallsicht pro Seite der Eierstock jeweils einmal punktiert und innerhalb des Eierstockes die einzelnen Eibläschen abgesaugt. In dieser Flüssigkeit enthalten sind dann die Eizellen (diese sind zwar die größten Zellen unseres Körpers im Ultraschall nicht sichtbar). Nicht alle Eibläschen sind jedoch mit Eizellen gefüllt. Dieser Vorgang der Eizellentnahme dauert wenige Minuten.

Einige Stunden nach der Entnahme der Eizellen wird dann der bereits oben beschriebene Vorgang der ICSI Behandlung durchgeführt und die Eizellen mit den am selben Tag gewonnenen Spermien injiziert.

Am kommenden Tag kann man im sogenannten Vorkernstadium feststellen, ob die Eizellen regelhaft befruchtet sind. Meist werden ein bis zwei solcher Vorkernstadien weiter inkubiert und die restlichen bzw. überzähligen Vorkernstadien für weitere Versuche eingefroren.

Am 2.-5. Tag nach Eizellentnahme erfolgt der Embryotransfer. Dieser erfolgt ohne Narkose. Dabei wird ein kleiner flexibler Katheter über den Gebärmutterhals in die Gebärmutterhöhle vorgeschoben und der oder die Embryonen gegebenenfalls unter Ultraschallkontrolle in der Gebärmutterhöhle platziert.

Nach dem Embryotransfer folgt die Zeit des Wartens auf den Schwangerschaftstest. Dieser wird 12-14 Tage nach dem Embryotransfer durchgeführt. In diesem Zeitraum erhält die Patientin zusätzlich Hormone, um die Gelbkörperphase und damit die Einnistung der Embryonen zu optimieren.

Chancen ICSI Behandlung

Die Schwangerschaftschance pro Embryotransfer bei dieser Art der Kinderwunschbehandlung hängt in erster Linie von dem mütterlichen Alter ab. Orientierend können diese durchschnittlichen Schwangerschaftsraten auf den Seiten des Deutschen IVF Registers nachgeschaut werden (www.deutsches-ivf-register.de). Nicht nur die Erfahrung des behandelnden Arztes spielt für die Erfolgsrate eine große Rolle, insbesondere die Erfahrung der involvierten Embryologen ist dabei von wesentlicher Bedeutung.

Kosten ICSI Behandlung

Die Kosten einer ICSI Behandlung (welche unter anderem auch beispielsweise Medikamentenkosten und Narkosekosten beinhalten) belaufen sich auf mehrere 1000 € und sind aufgrund der aufwendigen ICSI Behandlung teurer als eine IVF Maßnahme. Gesetzlich Versicherte haben unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit, dass ein Teil der Kosten von der Krankenkasse übernommen wird. Patientinnen, die bei der privaten Krankenversicherung und ggf. auch bei der Beihilfe versichert sind, müssen vor einer Therapie klären, ob eine Kostenübernahme erfolgen wird und in welchem Rahmen. Ein nicht unwesentlicher Teil der Patienten muss alle Kosten selbst tragen, da die Krankenkassen beispielsweise aufgrund des Alters des Paares die Übernahme der Kosten für die Kinderwunschbehandlung ablehnen. Einige Bundesländer unterstützen die Behandlung von Kinderwunschpaaren zusätzlich. Teilweise können solche Behandlungen auch Steuer begünstigend angesetzt werden. Da die Bedingungen bei jedem Paar anders sind, empfiehlt es sich, dass sich jedes Paar zunächst ausführlich mit ihrer Krankenkasse/Beihilfe berät und mögliche zusätzliche finanzielle Unterstützung beispielsweise durch das Bundesland abklärt.

Risiken ICSI Behandlung

Die Risiken einer ICSI Behandlung lassen sich ähnlich wie bei einer IVF Behandlung unterteilen in Risiken durch die Anwendung der Medikamente, Risiken durch den eigentlichen Eingriff und Risiken für die Schwangerschaft.

Überstimulationsrisiko bei ICSI Behandlungen

Einige Patientinnen neigen dazu, auf eine bestimmte Stimulationsdosis zu stark zu reagieren. Dies sind in der Regel junge Patientinnen oder Patientinnen mit einem sogenannten PCO Syndrom. Es kommt also im Rahmen der Behandlung zur Entwicklung von vielen Eibläschen. Damit verbunden ist ein deutlicher Anstieg weiblicher Hormone im Körper. Insbesondere, wenn es dann auch zum Eintritt einer Schwangerschaft kommt, kann es zu Wassereinlagerungen im Gewebe, im Bauchraum und in den Lungen kommen und diese Komplikationen können sogar lebensbedrohlich sein. Aufgrund optimierter Behandlungsprotokolle ist das Auftreten eines solchen Überstimulationssyndroms in den letzten Jahren bei Kinderwunschbehandlungen deutlich seltener geworden. Man hat die Möglichkeit, auch bei einer Entwicklung vieler Eibläschen durch die abgeänderte Wahl der Medikation und das Einfrieren sämtlicher Vorkernstadien (also es erfolgt kein Frischtransfer) das Ausmaß der Symptomatik deutlich zu verringern. Wenn dann die Patientin in einem der darauffolgenden Zyklen einen Transfer von zuvor eingefrorenen Vorkernstadien erhält, besteht kein Risiko für eine Überstimulation.

Blutungen und Infektionen im Rahmen der Eizellentnahme bedingt durch die ICSI Behandlung

Der Vorgang der Eizellentnahme birgt grundsätzlich ein Blutungsrisiko. In der Regel kommt es vor allem zu Blutungen aus der Scheidenwand. Diese Blutungen sind aber in der Regel gut durch eine Kompression zu stoppen. Innerhalb der Bauchhöhle kann es durch die Punktion der Eierstöcke zu Blutungen kommen oder aber zu Verletzungen von umliegenden Gefäßen. In seltenen Fällen ist bei einer intraabdominalen Blutung anschließend eine Laparoskopie (Bauchspiegelung) zur operativen Blutungsstillung notwendig. Zu einer behandlungsbedürftigen Blutung kommt es aber insgesamt sehr selten (siehe Daten DIR).

Lokale oder aber auch intraabdominale Infektionen nach einer Follikelpunktion (Eizellentnahme) treten sehr selten auf. Bei dem Eingriff wird die Scheide zuvor desinfiziert und es werden nur sterile Instrumente verwendet.

Mehrlingsrisiko durch eine IVF Behandlung

Bei der Übertragung von zwei oder mehreren Embryonen besteht nach einer assistierten Befruchtung ein relativ hohes Risiko für eine Mehrlingsschwangerschaft. Dieses wird im Schnitt mit 20-25 % pro Transfer beschrieben. Dies ist der Grund, dass es bereits zahlreiche Kliniken weltweit gibt, die einen sogenannten ‚single embryo transfer‘ mit nur einem Embryo präferieren. Mit dieser Maßnahme wird das Mehrlingsrisiko minimiert. Die Schwangerschaftsrisiken sind bei einer Mehrlingsschwangerschaft deutlich erhöht. In diesem Zusammenhang ist vor allem die Frühgeburtlichkeit zu nennen. Der Transfer von maximal drei Embryonen ist in Deutschland erlaubt. Diese Anzahl wird jedoch nur in den allerwenigsten Fällen wirklich ausgenutzt.